"Liebe und tu, was du willst."
Augustinus von Hippo lebte ca. 354–430 nach Christus und forderte schon damals auf, jedes Handeln aus Liebe zu tun. „Liebe und tu, was du willst.” Frankfurt ist eine harte Stadt für viele, denen es nicht so gut geht. Aber auch Bänker und Top-Anwälte, die täglich an uns am Main vorbeispazieren, und uns ein Lächeln schenken, scheinen manchmal „arm dran“. Der Ausgleich zwischen 14 bis 17 Stunden Arbeit und Ruhe oder gar Muße sind nicht mehr gegeben. Wie
Hüllen wandeln einige an uns vorbei.
Bei Tieren ist Geben und Nehmen immer ganz simpel: „Ich helfe anderen, damit auch mir geholfen wird.“ Ich erinnere mich an den faszinierten Blick von Frauchen, als wir uns zum ersten Mal begegneten. Nachdem ich meinen Bruder Snoopy weggeschubst hatte, rannte ich zu ihr, ich die Alpha Missy. Weg frei! Wenn man etwas wirklich will, darf Hund nicht zimperlich sein. Nachdem ich Frauchen „klar gemacht“ hatte stolperte ich zurück zu meiner Mutter.
Je enger die Verwandtschaft der Tiere, umso altruistischer verhalten sie sich. Instinkt. Frauchen ist da anders? Heute war sie fast den ganzen Tag traurig, weil sie an andere gedacht hat, denen es nicht so gut geht wie uns. Mitleid ist eine starke Gefühlsregung. Nächstenliebe ist bei Menschen die Bereitschaft, ihren Mitmenschen zu helfen und Opfer für sie zu bringen, und ist in den meisten Religionen sogar als ethisches Grundmotiv verankert. „Du sollst deinen Nächsten nicht ausbeuten und ihn nicht um das Seine bringen.“ Aha, wer spendet freie Plakatflächen für diesen Satz vor der Börse? Altruismus (lat. alter ‚der Andere‘) ist definiert als Handeln, das mehr Kosten als Nutzen einbringt. Menschen und auch Tieren werden altruistische Verhaltensweisen nachgesagt. Es gibt Studien, die dies sogar Pflanzen zusprechen. Es ist nicht unbedingt moralisch oder idealistisch, sondern kann auch Bestandteil des angeborenen Verhaltens sein, oder Erziehung, Vor-Leben eben.
Ostern gab es ein extra Leckerli für mich, es ist jetzt schon eine Weile her, aber Frauchen sagte zu ihrer Mutter: „Ist Jesus eigentlich zugunsten der Menschlichkeit aller Menschen gestorben? Und wer tut seinem eigenen Sohn so was an?“ Dann haben sie sich eine Flasche Primitivo zu Dritt geteilt und geredet. Einfach nur gefreut, das die Sonne scheint und sie sich haben. Denn ohne Freude gibt es kein Teilen. Und ohne Liebe bekäme ich kein Leckerli. Eigentlich kann das Leben ganz einfach sein, wenn man mal nicht so viel nachdenkt und einfach l(i)ebt.
P.S.: Am zweiten Sonntag im Mai ist es wieder soweit. Am 09.05.2010 ist Muttertag! Die Blumengeschäfte in den Gassen und Straßen Frankfurts müssen sich einen großen Vorrat an Blumen beschaffen, um auf den großen Ansturm der Käufer vorbereitet zu sein. Zeit, wenigstens einmal im Jahr, dem weiblichen Teil unserer Eltern zu danken, dass sie uns den Start in das Leben auf dieser Erde erleichtert hat und dass sie immer da ist, wenn sie gebraucht wird.
Autor und Fotos:
© Missy in Mainhattan
Frühlingsgefühle
Frankfurt ist eine spröde Geliebte die ihre Schätze nicht jedem aufdrängt, mit geheimen Orten die nur wenige kennen und voller interessanter Begegnungen. Mit-Menschen; weil ich meine Stadt liebe, will ich davon erzählen. Mit einem Augenzwinkern und kurzem Schwanzwedeln, das mehr ausdrücken kann als so mancher Mensch mit 1000 Worten.
Und nenn’ mich ja nicht Wau-Wau – anständige Hunde kläffen nicht! Ich belle, wenn ich was zu sagen habe: Raus, die Sonne scheint! Ich spüre dieses Flattern im Magen, Frühling? Mit Frauchen an der Leine macht der Spaziergang doppelt so viel Spaß, ich kann mich kaum halten, sie auch nicht! Die Tage werden peu a peu länger, noch sehen die Wiesen am Mainufer mitgenommen aus, aber ein paar mutige Krokusse strecken ihren Kopf, die Osterglocken zögern noch.
Meine Nase arbeitet auf Hochtouren. Ich bin entzückt wie die ersten Sonnenstrahlen aus den Menschen in Frankfurt liebevolle Menschen machen. Jeder lächelt mich an, ich rieche die Pheromone, Lock- und Signalstoffe im Tierreich, die fast alle Säuger zur Kommunikation nutzen. Diese Botenstoffe können ganz unterschiedlichen Zielen dienen: zur Warnung (Alarm- und Dispersionspheromone), zur Markierung von Wegen (Yes!), Nahrungsquellen und Versammlungsplätzen (Spur-, Markierungs- und Aggregationspheromone), aber auch zur Paarung (Aphrodisiaka- und Sexualpheromone) – und da sind wir – FRÜHLING IN DER STADT. Es ist noch nicht geklärt, ob dies beim Menschen tatsächlich als Postbote für „Sexualduft-SMS“ funktioniert. Laut Monti-Bloch, Neurophysiologe an der University of Utah, ist der Bereich am Außenrand der Nasenflügel, die sogenannte Nasolabialfalte, besonders reichhaltig mit pheromonabsondernden Drüsen ausgestattet. Der Kuß ein Ritual, das vor allem auch dem Erschnüffeln von Pheromonen dient? Aber nein! Das Beste, dieses Stöffsche ist schon seit zirka 30 Jahren im Handel erhältlich und wird seit den 1980er Jahren in Parfüms eingesetzt.
Also, ich bin unterwegs, alle naselang machen neue Läden auf, wir shoppen, wir flanieren und spazieren (der Sturm war zumindest mein Freund, denn er hat mir 1000 neue Stöckchen vor die Tür gelegt) und ich bin glücklich. Wir arbeiten hart und wir leben in der schönsten Stadt der Welt, Mainhattan. Happy Missy Mainhattan wünscht den Menschen in ihrer Stadt tausend magische Frühlingsmomente und hat, passend zu ihrem Flattern im Bauch, noch ein frühlingshaftes Leckerli von Eduard Mörike für Sie.
Autor und Fotos:
© Missy in Mainhattan

Missy
ist steuerzahlende Einwohnerin Frankfurts. Sie liebt ihre Stadt, das Mainufer vom Ostend bis zum Westhafen gehört ihr. Sie setzt Zeichen (immer wieder gerne), liebt das Leben und macht sich so ihre Gedanken: Über Frauchen und ihre Tasche in der immer ein Leckerli und Käckitütchen versteckt sind. Wie man Männer zu Herrchen macht und allgemein über tierisch Menschliches. Vor allem jedoch über Frankfurt. Rasant neugierig saugt sie das Geschehen in ihrer Stadt auf wie ein Schwamm. Sie lebt im „JetztSofort“ und hier, mitten in „the City that sometimes sleeps“. Zu Hause holt sie sich Ruhe und Kraft für neue Abenteuer, denn jeder Tag ist ein Geschenk.
