Der ASV Mainz 88 bekommt in Weisenau ein neues Domizil

Ein ehrlicher Sport

Es riecht nach Gummi und Schweiß. Schweiß, der bei  den Trainingsstunden der Ringer des ASV Mainz  geflossen ist. Seit kurzem trainiert Ahmet Cakici die Mainzer Ringer-Mannschaft. Cakici hat eine besondere Bindung zum ASV Mainz 88.

Ahmet Cakici und seine Brüder haben in ihrer aktiven Zeit als Ringer viele Titel in Mainz und für Mainz gewonnen und genießen so einen großen Namen in der Ringer­szene. „Ich habe selbst hier in dieser Halle vor 42 Jahren mit dem Sport angefangen“, erinnert sich Ahmet Cakici. Gemeint ist damit die bisherige Heimstätte des ASV Mainz 88 in der Neutorstraße. Doch die Zeit ist am Gebäude nicht spurlos vorübergegangen. Daher ist der Verein mehr als glücklich, in Weisenau nun ein neues Domizil für seine Sportler gefunden zu haben. „Wir renovieren zurzeit noch mit viel Eigenleistung die Räume und bald steht der Umzug an“, freut sich der Trainer. Eher spontan führte ihn sein Weg Ende der vergangenen Saison wieder zum ASV Mainz. Vorher war er sechs Jahre Trainer beim KSV Ahlen und wurde mit der dortigen Mannschaft sechs Mal Deutscher Mannschaftsmeister im Ringen. Auch in Mainz hofft Cakici ähnliche Erfolge irgendwann feiern zu können: „Die Mannschaft hat in jedem Fall Potential“, weiß Ahmet Cakici. Die erste und zweite Mannschaft kämpft zurzeit in der Bundesliga West. Wenn Wettkämpfe anstehen, werde diese immer in der Mombacher Turnhalle vor vielen begeisterten Ringerfans ausgetragen. Verstärkung bekamen zudem die Mainzer Ringer durch Sportler aus dem Ausland, wie beispielsweise Bulgarien, die in der nun begonnenen Saison für den ASV Mainz ringen.

Früh auf der RingermatteFür den Trainer ist es wichtig, dass schon früh mit dem Sport, den er selber als einen sehr ehrlichen Sport bezeichnet, weil beispielsweise nicht gefoult werden kann, begonnen wird. „Sechs Jahre ist ein gutes Alter, um zu starten“, meint der Trainer. Schon in den ersten zwei Trainingsstunden kann Cakici sehen, ob der Neuling wirklich Talent für den Ringersport hat. Es sollten in jedem Fall die vier Grundvoraussetzungen, die Cakici dem Sport zuschreibt, gegeben sein. Das sind: Grundschnelligkeit, Risikobereitschaft, Disziplin und Einsatzbereitschaft. „Auch Enthaltsamkeit wird von einem guten Sportler ab und zu verlangt“, erklärt  der Trainer. Vor allen Dingen vor Wettkämpfen, wenn der Ringer auf sein Gewicht achten muss, um auch in seiner Gewichtsklasse starten zu dürfen. „Die Jungen halten sehr gut zusammen, wenn es um  das „Gewicht machen“ geht, lobt Cakici seine Jungs.


Griechisch-römisch oder Freistil
Die Ringer kämpfen nicht nur in unterschiedlichen Gewichtsklassen, sondern auch in unterschiedlichen Stilen. Im griechisch-römischen Stil, bei dem sich die beiden Kontrahenten nur oberhalb der Hüfte angreifen dürfen. Bei Freistil-Ringen hingehen, ist der komplette Körper des Gegners Angriffsfläche- natürlich immer den Regeln entsprechend. „Ringen ist ein ehrlicher Sport – hier kann nicht simuliert werden, wie bei andern Sportarten, das nutzt der Gegner dann sofort aus und bekommt dann die Punkte. Der Ringer muss stattdessen in Sekundenschnelle seinen Gegner einschätzen und sich einen geeignete  Angriffs- oder Verteidigungsstrategie überlegen. „Der Trainer kann ihm zwar während des Kampfes etwas zurufen, umsetzten muss der Ringer es allerdings selber“, erklärt Cakici. Der Ringer muss ein Auge für die Situation entwickeln, dann hat er immer Chancen auf den Sieg.

An den Rand gedrängt
Während in den 80er und 90er Jahren, der Ringersport noch großen Zulauf hatte, ist das Ringen in den letzten Jahren mehr und mehr zu einer Randsportart gedrängt worden. „Es ist sehr schade, mit anzusehen, wie so ein toller Sport nur noch so wenig Aufmerksamkeit bekommt“, klagt der Vollblutringer Cakici. In seinen Augen haben es die Verantwortlichen im Ringersport versäumt, die modernen Medien zu nutzen, um die Sportart weiterhin populär zu halten. „Wer einmal beim Ringen gewesen ist und gesehen hat, was die Kämpfer dort leisten, der kommt bestimmt wieder und schaut sich auch weiter Kämpfe an“, da ist sich Ahmet Cakici sicher. cla


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