Vom 05er-Deko-Sarg bis zur finalen Reise ins All
Es muss nicht immer Friedhof sein
Die private Urnenaufbewahrung auf dem Kaminsims, wie wir es aus etlichen Hollywoodstreifen kennen, ist hierzulande nicht erlaubt. Doch auch in diesem Rahmen ist Platz für Kreativität, ohne dabei gegen Gesetze zu verstoßen.
Ein Grab ist nicht gleich ein Grab. Die Gestaltungsrichtlinien sind zwar abhängig von der Friedhofssatzung, doch generell relativ frei. Ihre größte Leidenschaft ist der Fußball? Niemand wird Sie daran hindern, Sarg und Grab im Mainz 05er-Look zu präsentieren. Auch um die Logolizenz müssen Sie sich als Privatperson keine Gedanken machen. „Für den Fall, dass die Beerdigung in einem Sarg mit 05-Emblem von einer privaten Person ausdrücklich gewünscht ist, stehen wir diesem Wunsch natürlich nicht entgegen“, teilte die Marketingabteilung des Vereins mit. Doch auch über die Grabgestaltung hinaus, gibt es interessante und außergewöhnliche Möglichkeiten.
Auf See
Eine Seebestattung muss zu Lebzeiten handschriftlich als „Dies ist mein letzter Wille“ notiert werden. Nach der Verbrennung wird die Asche in einer wasserlöslichen Urne von einem Schiff aus in der Nord- oder Ostsee versenkt. Die Angehörigen dürfen der Bestattung selbstverständlich beiwohnen und auf dem Schiff eine Trauerfeier abhalten.
In freier Natur
Es muss nicht immer der Friedhof neben der Kirche sein- Naturliebhaber werden auch anderswo fündig. In speziell für Bestattungen vorgesehenen, aber naturbelassenen Wäldern, kann die Asche neben den Wurzeln eines Baumes eingebracht werden. Auf Wunsch können auch mehrere Familienangehörige an einem Baum bestattet werden. Wer es blumiger mag, kann sich auch auf einer Schweizer Almwiese in einem Blumenmeer beisetzen lassen.
Im All
„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, wird sich manch einer denken und wünschen, nach seinem Tod werde die Asche aus einem Heißluftballon oder einem Flugzeug in die Lüfte gestreut. Das ist in Deutschland nicht erlaubt – in Frankreich, Holland und der Schweiz schon. Wer noch höher hinaus will, entscheidet sich für eine Weltraumbestattung. In den USA wird ein kleiner Teil der Asche mit einer Rakete in das Weltall befördert, während die Restasche auf eine der herkömmlichen Arten bestattet wird. Doch wer so hoch hinaus möchte, muss auch einen hohen Preis zahlen. Unter 10 000 Euro wird niemand ins All befördert. Laut dem Bestattungsunternehmen Rech fasziniert diese Bestattungsform – zumindest in Deutschland – nur theoretisch. Denn zu den Minimum 10 000 Euro kommen natürlich noch die Kosten für die herkömmliche Bestattung der Restasche hinzu.
Als Schmuckstück
Die Diamantbestattung ist besonders für Angehörige interessant. Der Kohlenstoffanteil wird nach der Verbrennung von der Asche getrennt und zu einem Diamanten gepresst. So können Hinterbliebene ihre verstorbenen Angehörigen immer bei sich tragen – doch 2000 bis 5000 Euro muss man für das Schmuckstück schon einplanen.
Als Habenichts
Wer nicht viel Geld zum Leben hat, hat meist auch nicht genug zur Beerdigung – ein einfaches Begräbnis kostet rund 5 000 Euro. Die muss man erst einmal haben, beziehungsweise muss man Angehörige haben, die das haben. Denn die Angehörigen sind verpflichtet, sich um die Bestattung zu kümmern. Wer sich weigert, kann mit einem Bußgeld von 10 000 Euro bestraft werden – exklusive Bestattungskosten!
•Dear•

